Reise durchs Kattegat von Laesö bis Jütlands Ostküste entlang zum Kleinen Belt 2023

Dieser Reisebericht beschreibt den 2. Teil unseres Sommerurlaubs 2023, nachdem wir uns von Schwedens Westküste verabschiedet haben. mehr dazu hier.

 

 

Nach einem Absprunghafen auf der Insel Donsö vor Göteborg segelten wir zwischen den auf Reede liegenden Frachtschiffen hindurch und kamen nachmittags in Osterby auf der dänischen Insel Laesö mitten im Kattegat an. Laesö hat uns sehr gut gefallen, die Insel ist insgesamt sehr gepflegt und auf Touristen ausgelegt. Selbst ganz im Osten an dem einsamsten Strand gibt es ein Toilettenhäuschen.

Die Attraktion der Insel sind, wie nirgendwo anders auf der Welt, die berühmten Seetangdachhäuser. Von den 19 erhaltenen, stehen 11 unter Denkmalschutz, die Insel investierte dafür Millionen. Dieses einzigartige Projekt ist ausschließlich durch den Beitrag verschiedener Stiftungen der Schloß- und Kuturbehörde ermöglicht worden und ein wichtiger Teil von Laesös Kulturgeschichte. Sie sind sehr unterschiedlich und jedes für sich ein kleines Geschichtsbuch, dass von Wohlstand und Armut, von wechselnden Lebensbedingungen erzählt. Wenn früher die Männer lange auf See waren, wurden die Höfe von den Frauen bewirtschaftet.

Von den beiden Häfen der Insel Vesterö und Osterby hat uns letzterer am besten gefallen. Die Santäranlage ist modern, der schöne Strand gleich nebenan, Restaurants und Supermarkt in der Nähe und die breite windgeschützte Steganlage ist großzügig mit Bänken ausgestattet und erinnerte mich ein wenig an Vrängö, einer meiner Lieblingshäfen.

Nach 3 Nächten erreichten wir den Hafen von Saeby an der Ostküste Dänemarks. Von weitem sieht man schon die weiße Kirche. Der Hafen ist riesig und modern, allerdings weitläufig und unperönlich, der Ort sehr niedlich und gepflegt.

Da für die kommenden Tage Starkwind gemeldet war und wir in Soeby nicht bleiben wollten, segelten wir am Folgetag südwärts. Wenn wir gewußt hätten, dass sich Wind und Welle mehr als gemeldet verstärkten, hätten wir den Törn mit Windböen von bis zu 8 Bft. nicht angetreten. Beinahe am Ziel, dem Hafen von Asaa, fiel der Motor aus. Diagnose: verstopfter Dieselfilter obendrein liefen wir nach etlichen Wenden kurzzeitig auf Grund, was unserem Kimmkiel nicht ganz so viel ausmacht. Glücklicherweise weiß Uwe immer, was zu tun ist. Das bedeutete, den Anker auswerfen, Dieselfilter wechseln, Motor wieder starten und weiterfahren. Glücklicherweise kamen wir nachmittags wohlbehalten im Hafen an. Am Abend gönnten wir uns ein Fischmenü im nahen Restaurant und fanden uns damit ab, dass wir uns 3 Tage einwehen lassen mussten.

 

       Meerjungfrau von Asaa

Uwe machte einige Reparaturarbeiten und bestellte bei „Motor Spezi“ Vor- und Dieselfilter, die uns unser Freund Heyo beim Crewwechsel in Flensburg mit an Bord bringen sollte. Ehe wir am 7.7. weiterfahren konnten, war Uwe gezungen, die Dieselleitung erneut zu entlüften, dieses gelang ihm nach 1 ½ Stunden, so dass wir um die Mittagszeit in Hals ankamen, später als geplant, denn der auffrischende Wind machte in dem überfüllten Hafen das Anlegen schwierig. Wir gingen bei einem holländischen Segler längsseits und fanden glücklicherweise bei einem Spaziergang am Kai noch eine Box, die gerade frei geworden war. Der Hafen ist gut ausgestattet und wir nutzten die Seglerküche zum Pizzabacken. Das Wetter zwang uns, eine weitere Nacht zu bleiben und es erwies sich als klug, dass wir genügend Zeit für den Südkurs eingeplant hatten.

 

Grenaa war das nächste Ziel.

Um uns noch ein wenig zu erholen, gingen wir einen Tag später kurzentschlossen vor der kleinen Insel Hjelm vor Anker, weil es nochmal ein schöner Sommertag werden sollte. Den Platz können wir wärmstes empfehlen und eignet sich zum Baden und Abhängen.

Am nächsten Morgen sollten wir im kleinen Belt angekommen, das Kattegat verabschiedete sich spiegelglatt.

Richtig gut gefallen hat uns der kleine Hafen von Norsminde, auch hier gab es eine Seglerküche, in der man sich auch am Geschirr bedienen durfte.

Dass die Vorsaison endete, merkten wir auch im Folgehafen von Julesminde. Nach dem Tanken machten wir zunächst an der äußeren Hafenmole fest, verholten aber am Abend in den ruhigeren Hafen nebenan.

Am 12.7. ging es weiter durch den kleinen Belt nach Middelfart, wo wir in der Marina festmachten. Es bot sich im Anschluss noch ein Abstecher auf der Insel Arö an, weil sie auf dem Weg lag und ich sie durchaus empfehlen würde. Es gibt ein Kiosk und ein Restaurant, bunkern kann man hier aber nicht. Wer ohne Fahrrad ist, hat die Möglichkeit, ein Elektromobil zu mieten, um die Insel zu erkunden.

Tags darauf konnte uns das Wetter nicht mehr schocken und wir entschlossen uns, Richtung Sonderborg und in die Flensburger Förde bis nach Langballigau zu segeln. Die offene Strecke bis zum Als Fjord begrüßte uns mit Gewitter, Starkregen und war mit einigen Windboen bis zu 8 Bft. kein Zuckerlecken. Die stündliche Öffnung der Kong Christian Brücke durch Sonderborg passten wir mit nur einer Kaffeepause gut ab, sodass wir am späten Nachmittag in Langballigau wohlbehalten ankamen.

 

Wir fanden einen der schönsten Liegeplätze mit Blick auf die Förde und einem Badesteg in unmittelbaren Nähe. Der Hafen liegt sehr geschutzt am Berghang, bietet wegen dem nahe gelegenen Campingplatz mit Strand die Möglichkeit, verschiedene Restaurants zu besuchen. Die Eisdiele ist ein Muss für alle, die hierher kommen. Hier verbrachten wir 5 Nächte und erholten uns von der Rückfahrt der letzten 2 Wochen. Wir vertrieben uns die Zeit mit Schwimmen oder ausgedehnten Fahradtouren nach Bockholmwik und Habernis.

 

 

Am 18.7. trat ich meine vorerst letzte entspannte Segeltour nach Flensburg an. Im Stadthafen fanden wir Platz und erkundeten die Altstadt und statteten der St. Marienkirche einen Besuch ab.

 

 

Am 19.7. ging mein Zug und mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedete ich mich von unserer Luna und von Uwe und machte meinen Platz für Heyo frei, der Uwe bei seiner Rückreise nach Ostfriesland begleiten sollte.

 

 

 

Petra Brünnecke